Ösi wurde vor vielen Jahrzehnten in einem österreichischen fünf Häuser Dorf am Alpennordrand geboren. Seine Eltern haben ihn früh mit der Leidenschaft fürs Schifahren angesteckt. Mit der Schule hatte er seine Schwierigkeiten. Nichts wollte so recht gelingen. Irgendwann war er dann doch Kfz-Ing. (FH) und hat bei einer deutschen Automobilfirma gearbeitet.

Da war dann auch das nötige Kleingeld vorhanden um seiner Obsession zu frönen und jede freie Minute auf Berge zu steigen oder auf Brettern runter zu rutschen. Mitte der achtziger Jahre begann sein Zigeunerblut überzukochen – er musste raus – für mehr als ein Jahr ward er in Südamerika verschwunden und hatte eine sehr schöne Zeit. Auf dieser Reise hat er ein kleines Andendorf in Peru kennengelernt, dass ihn den Rest seines Lebens nicht mehr losgelassen hat. Danach hat sich seine Leidenschaft für Schnee und Eis in eine fast pure Leidenschaft für den Fels gewandelt.

Der Ösi war in dieser Zeit nicht oft im Büro zu finden. Dafür war er häufig in den Klettergebieten Europas und Amerikas gesehen. Nach einem halben Jahr durch amerikanische Klettergebiete und seinem ersten Bigwall ging es nun doch wieder mal zu einem richtigen Berg nach Alaska. Weil es dort so schön kalt war und immer so herrlich gestürmt hat ging er nächstes Jahr wieder hin und dann nach Argentinien, nach Peru, nach Mexico, nach . . . .

Es muss so ungefähr 1990 gewesen sein als er seinen Job als Autobauer geschmissen hat (Anmerkung des Autors: ich glaub da hat ihm keiner nachgeweint – die haben ihn ohnehin nur an Ruhetagen im Büro gesehen). Damals war er noch relativ jung und er wollte zu ganz grossen Dingen schreiten. Die höchsten Gipfel besteigen, die schwersten Routen klettern und sich mit den Schiern die steilsten Colouirs runterstürzen.

Ja, gestürzt ist er sehr schnell. Dummerweise sogar noch fünf Wochen bevor die grosse Freiheit begann. Noch dümmer war, dass es sich um einen echt pupsigen Hinfaller kurz vor der Mittelstation eines schweizer Schigebietes handelte. Welche Schmach für den österreichischen Stürmer und Dränger. Wenigstens gab es da noch die richtig krassen Folgen : drei Knochenfrakturen, ein Bänderriss, drei operative Eingriffe, ein halbes Jahr Gips und jede Menge Narben Das Trostpflaster waren zwei Jahre Behindertenrente.

Da hatte es sich erst mal ausgeträumt und es wurde nach Köln gezogen, das Studium des herrlichen Faches Ethnologie aufgenommen und an Stelle der grossen weiten Welt wurden die Felsen der Nordeifel erobert – auch schön.

Mit der Ruhe war es aber bald wieder vorbei und mit Schiern, Steigeisen und Kletterschuhen ging es nach Kalifornien, Mexico, Peru, . . . . Dann war auch das Studium abgeschlossen und der Ösi erforschte, beobachtete, berechnete und simulierte das soziale Verhalten von Mexikanern, Nordamerikanern und peruanischen Eseltreibern. Es muss so Ende der 90er Jahre gewesen sein da hat der Ösi seinen Hauptwohnsitz endgültig vom schönen Rheinland ein kleines Nest in den peruanischen Anden verlegt und wollte ein richtiger Wissenschaftler werden. Die dünne Luft auf über 3000 Metern tat ihm gut aber er hat das närrische treiben und den Dom vermisst. Nein, nicht wirklich – war nur ein kleiner Scherz – oder doch ?? Er hat weiter fleissig geforscht und wurde noch peruanischer Staatsmeister im Riesenslalom. Irgendwann hatte er dann vier Jahrzehnte auf dem Buckel, war dem Nobelpreis nahe, hatte eine Wohnung in Peru, ist an einem 8000er kläglichst gescheitert und wurde von der Uni gefeuert! Hört sich erst mal nicht gut an. War aber nicht so. Jetzt kam erst das wirklich pralle Leben.

Es kam das pralle Leben in den Kletterhallen NRWs, pendeln zwischen Köln und Peru, Karabiner und Kletterschuhe verkaufen -

der richtige Weg führt zur Sonne, zum Leben

das Leben macht immer noch höllischen Spass

alaaf !